Wir glauben, dass man das, wovon man überzeugt ist, auch leben muss. Daher haben wir uns als Festival für einige Grundsätze entschieden:

Fair – Bio – Vegan

Seit mehr als 10 Jahren wird auf dem Freakstock und allen anderen Veranstaltungen der Jesus Freaks nur noch fair gehandelter Kaffee gekocht. Insgesamt verbrauchen wir pro Jahr ca. 130 kg Kaffee. Bei dieser Menge ist es uns umso wichtiger, auf akzeptable Produktions-, Arbeitsbedingungen und faire Löhne in den Herkunftsländern zu achten. Bei kleineren Veranstaltungen wie Willo, bei denen wir auch Süßigkeiten etc. verkaufen, werden nur faire Schokoladen, Gummibärchen etc. angeboten (auf Freakstock auch!).

Wo immer es möglich ist, setzen wir bei Lebensmitteln auf Bio-Produkte. Da wir bei der benötigten Lebensmittel-Menge meist in Großmärkten einkaufen, ist nicht alles (und nicht alles zu machbaren Preisen) in Bio-Qualität erhältlich, wir sind aber dankbar für unser Küchenteam, das großes Engagement zeigt, immer wieder nach Bio-Produkten Ausschau zu halten und diese zu bevorzugen.

Wenn möglich, versuchen wir auch Bio-Getränke anzubieten – wie das Jesus-Bier, das mit Bio-Getreide aus der Gegend in einem kleinen Familienbetrieb gebraut und in einer kleinen Abfüllanlage für 6 Flaschen für uns abgefüllt wurde.

Dass die Kost für Freakstock-Mitarbeitende neben Fleischgerichten auch vegetarische Gerichte anbietet, ist für uns seit jeher selbstverständlich. In den letzten Jahren ist die Zahl derjenigen, die sich vegan ernähren, deutlich gestiegen, sodass wir zusätzlich eine vegane Mahlzeitvariante anbieten. Auch für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten kochen wir extra, sodass alle die Möglichkeit haben, gemeinsam zu essen, egal welche Art der Ernährung sie bevorzugen. Gemeinsames Essen ist unserer Meinung nach eine bedeutsame Handlung. Wir wollen niemanden zu einem bestimmten Ernährungsstil „missionieren“, aber gerne immer wieder zeigen, dass auch Gerichte mit wenig oder gar keinem Fleisch schmecken.

Regionale Unternehmen statt Großkonzerne

Gerade bei frischen Produkten wie Brot, Milch und Fleisch arbeiten wir mit der Landwirtschaft, Molkereien, Bäckereien und Fleischereien vor Ort zusammen – um nachzuvollziehen, wo unsere Lebensmittel herkommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden.

Ebenso setzen wir bei den Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, auf kleine, regionale Partner. Wir wollen, dass die Region von uns profitiert und uns kennen lernt. Daher bauen wir intensive Beziehungen zum Handwerk, Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen vor Ort auf, um sie an unserer Veranstaltung teilhaben zu lassen und um die Betriebe der Region finanziell von Freakstock profitieren zu lassen.

Bei der Auswahl von Zulieferern achten wir darauf, die bekannten kritischen Großkonzerne zu meiden, die häufig zweifelhafte Arbeits- und Handelsbedingungen haben und ihre Marktmacht ausnutzen. Gerade im heiß umkämpften Getränkebereich haben wir uns früh für Alternativen entschieden und arbeiten seit Jahren mit kleinen Partnern zusammen. Wer also Coca-Cola auf Freakstock sucht, sucht vergeblich.

Durch die regionale Verortung von Freakstock unterstützen wir nicht nur die Region und die Menschen, die dort leben, sondern -ebenso wichtig- auch die Umwelt. Handels- und Transportwege verkürzen sich und sorgen somit für weniger CO2-Ausstoß und einen besseren „ökologischen Fußabdruck”, den das Freakstock auf unserer Erde und für unser Klima hinterlässt. Die Bewahrung der Schöpfung als eines der christlichen Leitbilder ist uns sowohl für den Einkauf von Materialien/Dienstleistungen von Freakstock wichtig, als auch für unser Gelände, wie wir damit umgehen und wie wir es hinterlassen.

Soziale Gerechtigkeit/ Wirtschaftszeug

In einer Welt die so stark wie nie vom Kapitalismus geprägt ist, in der die 100 reichsten Menschen der Welt, fast 50% des gesamten Geldes dieser Welt besitzen, wollen wir ein Ort sein, der sich dem entgegensetzt. Wir verstehen soziale Gerechtigkeit als ein wichtiges Grundprinzip von Nachhaltigkeit.

In den vergangen Jahren konnten wir immer wieder Bezahlsysteme einführen die über das Solidaritätsprinzip funktionieren. So läuft das Willo seit 20?? über dieses „Zahl was du kannst“-Prinzip und damit fahren wir auch gut. Auf Freakstock haben wir Preise, die Menschen entgegenkommen, die weniger haben als die meisten (Arbeitslose/ SozialhilfeempfängerInnen/ RentnerInnen). Auch Familien werden bei uns berücksichtigt. Wir wollen es allen möglich machen, Teil von Freakstock zu werden.

Auch als MitarbeiterInnen kann man Teil von Freakstock werden und ohne die vielen Hundert ehrenamtlichen helfenden Hände wäre das Festival nicht, was es ist. Hier bringen Viele ihre Kreativität ein, sodass es Bereiche gibt, die man woanders lange suchen muss. Alle dürfen sich einbringen und ausprobieren. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem Begegnung passiert – mit sich selbst und mit anderen. So werden Brücken gebaut und kommen Menschen zusammen, die dies sonst nicht würden – das setzt unglaubliches Potential frei.

Dieses Jahr haben wir uns mit Premium Cola einen Partner mit ins Boot geholt, von dem wir Einiges lernen wollen. Rund um den Hamburger Getränkehersteller steht ein Netzwerk aus Zulieferern, Händlern, Gastronemen und __uns, den Konsumenten(!)__, die ganz anders ticken als man das gewöhnt ist. Hier wird über Konsens entschieden, sodass alle, die an der Produktion, Auslieferung oder Vertrieb beteiligt sind, eine gleich starke Stimme haben. Wir freuen uns Teil von diesem Netzwerk zu sein, das sich daran orientiert, was für alle gut ist und nicht an dem, wie Einzelne mehr bekommen.

Kompost-Toiletten

Wenn es um sanitäre Anlagen geht, wollen wir der Umwelt zu liebe neue Wege gehen. Mit dem neuen Festival-Gelände auf dem Flugplatz müssen wir nun wieder auf mobile Toiletten zurückgreifen. Wir wollen allerdings nicht zu den üblichen Chemietoiletten zurückkehren.

Die Chemikalien (biozide Sanitärzusätze), die den gewöhnlichen „Dixies” zugesetzt sind,
schaden den Bakterien in der Kläranlage und müssen daher sehr stark verdünnt werden. Um die notwendige biologische Aktivität in der Anlage nicht zu stören, werden daher Unmengen an Wasser zugesetzt. Darüber hinaus sind die „Abfälle“ nicht mehr nutzbar für Wiederverwendung und so werden Nährstoffe verschwendet.

Um das zu vermeiden, wollen wir auf Komposttoiletten umsteigen. Hier wird gesammelt was der Mensch los wird und zur Kompostierung genutzt. Der daraus resultierende Dünger kann dann zum Beispiel für Blumenbeete oder Rasenflächen verwendet werden. Wir wollen bis zum Freakstock 2016 komplett auf Komposttoiletten umsteigen, werden dieses Jahr noch eine Übergangslösung (von 50%) haben und auch noch nicht selbst kompostieren. Wir sind eben auch auf dem Weg und müssen manches erst lernen.

Um dieses Ziel umzusetzen, haben wir ein Crowd-Funding-Projekt unter dem Namen „Der Traum von Santiago de Kompostella“ ins Leben gerufen, über das wir die Anschaffung der neuen Toiletten tragen. Das hohe Spendenaufkommen zeigt uns, dass Besucher/innen und Organisatoren/innen gleichermaßen an nachhaltigen Lösungen interessiert sind. Wir hoffen, in diesem Jahr Viele von den Vorteilen der Komposttoiletten zu überzeugen, sodass wir im kommenden Jahr wirklich Chemikalien-frei sein können.